Ausbildungsrichtung Gesundheit

Die Gesundheitsbranche wächst ständig und bietet zunehmend anspruchsvolle Arbeitsmöglichkeiten. Bereits heute befinden sich über 10 % aller Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich. Der demographische Wandel sowie weitreichende Veränderungen der Arbeits-, Lebens- und Umweltbedingungen stellen große gesellschaftliche Herausforderungen dar und erfordern eine immer umfassendere Betrachtung von Gesundheit und Krankheit.
Die daraus resultierenden vielfältigen Aufgaben verlangen ein tiefes Verständnis für medizinische Vorgänge und Krankheitsprozesse einerseits sowie den Überblick über die Versorgungsstrukturen und die Zusammenhänge in unserem Gesundheitssystem andererseits.
Diese Qualifikationsanforderungen haben zu einer immer größeren Zahl neuer Studiengänge mit dem Schwerpunkt Gesundheit geführt. Die neue Ausbildungsrichtung Gesundheit nimmt diese Entwicklung auf und bietet mit dem Profil Gesundheit eine zeitgemäße, zukunftsorientierte Bildung auf wissenschaftlicher Grundlage.

Unterrichtsangebot
Der allgemeinbildende Unterricht umfasst die Prüfungsfächer Deutsch, Englisch, Mathematik sowie die Fächer Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik und Sport im gleichen Umfang wie in den anderen Ausbildungsrichtungen der Fachoberschule.
Der Profilbereich der Ausbildungsrichtung Gesundheit setzt sich in den Fächern "Gesundheitswissenschaften" und "Interaktion und Kommunikation" z. B mit den folgenden Lerninhalten auseinander:
▪ Wie funktioniert unser Gesundheitssystem?
▪ Wie lässt sich menschliches Verhalten psychologisch erklären?
▪ Was versteht man unter Pflegewissenschaften?
▪ Wie funktioniert der menschliche Körper?
▪ Was erhält den Menschen gesund?
▪ Welche Ursachen gibt es für häufig vorkommende Krankheiten?
▪ Was muss man bei der Kommunikation mit Kranken beachten?
▪ Wie sieht eine gesunde Ernährung aus??
Ergänzend kommen die Fächer Biologie, Chemie und Rechtslehre/Wirtschaftslehre hinzu.

Praxisbezug
In der 11. Jahrgangsstufe ist für die Fachoberschüler im regelmäßigen Wechsel mit dem Unterricht ein ca. 20-wöchiges Praktikum zu absolvieren. In der Ausbildungsrichtung Gesundheit wird dieses in Einrichtungen des Gesundheitswesens (z. B. in Kliniken, Pflegeheimen, ambulanten Praxen, usw.) absolviert.

Abschluss und Studium
Mit dem Fachabitur nach der 12. Jahrgangsstufe bzw. dem Abitur nach der 13. Jahrgangsstufe sind die Schülerinnen und Schüler besonders gut vorbereitet auf ein Studium mit gesundheitlicher Ausrichtung, wie z. B.
▪ Gesundheitswissenschaft
▪ Ökotrophologie
▪ Pflegewissenschaft
▪ Gesundheitsmanagement
▪ Pflegepädagogik
▪ Physiotherapie
▪ Logopädie
▪ Medizin (mit Abitur)
▪ Pharmazie (mit Abitur)
bzw. auf eine Ausbildung im Gesundheitswesen.

Fach „Gesundheitswissenschaften“

11. Klasse:

Im Fach Gesundheitswissenschaften wird zunächst ein Überblick über die Begriffe Krankheit und Gesundheit gegeben. Das ganzheitliche Menschenbild ist dabei zentrales Element und befähigt SchülerInnen, ihre Selbstwahrnehmung des eigenen Gesundheitszustandes einzuschätzen und gegebenenfalls zu korrigieren. Als weitere Teildisziplin der Gesundheitswissenschaften wird die Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik in Auszügen behandelt. Aufgabenbereiche und Bildungswege des Gesundheitswesens sind Inhalte dieses Themenblocks. Anhand der Infektionslehre werden ausgewählte Infektionserkrankungen betrachtet und Rückschlüsse für ein nachhaltiges Hygieneverhalten gezogen.

12. Klasse:
Die in der 11. Klasse erarbeiteten Kompetenzen werden in der 12. Jahrgangsstufe weiterentwickelt und vertieft. Zu den bereits in der 11. Klasse eingeführten Lehrplanbereichen kommen fünf neue, für die Fachabiturprüfung relevante Kompetenzfelder hinzu. Im Lernbereich „Gesundheitsbewusst ernähren“ werden Kriterien einer ausgewogenen Ernährung besprochen und ernährungsbedingte Krankheiten thematisiert. Durch den Lernbereich „Bewegung fördern“ wird auf Grundlage der Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers das Wissen um weitere gesundheitserhaltende sowie gesundheitsfördernde Maßnahmen für eine gesunde Lebensführung erweitert. Das Themenfeld „Herzkreislauferkrankungen vorbeugen und deren Konsequenzen erfassen“ vermittelt Grundkenntnisse in Anatomie und Physiologie des Herz-Kreislauf-Systems und wichtige Krankheitsbilder. Der durch den demographischen Wandel wachsende Anteil alter Menschen in unserer Gesellschaft macht es notwendig, sich mit den Problemen des Alters zu befassen, was im letzten Themenbereich „Die eigenständige Lebensführung von Senioren unterstützen“ geschieht.

13. Klasse:

Die 13. Jahrgangsstufe setzt sich mit der Notwendigkeit von Forschung im Bereich Gesundheit und Pflege auseinander. Am Beispiel Rauchen werden die pathophysiologischen, ökonomischen sowie die persönlichen Auswirkungen einer Suchterkrankung besprochen. Der Lernbereich „Onkologische Früherkennung nutzen“ vertieft am Beispiel des Kolonkarzinoms die Anatomie des Verdauungstraktes und die Epidemiologie und Bewältigung von Krebs. Die Krankheit Demenz als gesellschaftliche Herausforderung der Gegenwart und Zukunft stellt einen eigenen Lernbereich dar. Im letzten Themenfeld werden Entwicklungen im Gesundheitswesen kritisch betrachtet; hier sind gesundheitspolitische Maßnahmen, Finanzierbarkeit, Qualitätssicherung und der Vergleich mit Gesundheitssystemen anderer Länder exemplarische Inhalte.

Leistungserhebung:

11. Klasse:

2 Schulaufgaben, 2 Kurzarbeiten, mündliche Leistungserhebungen (Kurzreferate, Präsentationen von Gruppenarbeitsergebnissen, Berichte mit Theorie-Praxisbezügen u.a.m.)
Die Punkte der mündlichen und schriftlichen Leistungen sind gleich gewichtet.

12. Klasse:

3 Schulaufgaben, 2 Kurzarbeiten, mündliche Leistungserhebungen.
Die Punkte der schriftlichen Leistungen werden im Jahressfortgang im Verhältnis zur mündlichen Gesamtpunktezahl doppelt gewichtet.

13. Klasse:

2 Schulaufgaben, 2 Kurzarbeiten, mündliche Leistungserhebungen.
Die Punkte der mündlichen und schriftlichen Leistungen sind gleich gewichtet.

 

Weitere Informationen zu dieser neuen Ausbildungsrichtung finden Sie hier.